Was ist der „Ärztliche Verband Krankenhauspsychiatrie Baden-Württemberg“?

Zur Geschichte:

Im Jahre 1953 wurde in der damaligen Heilanstalt Winnental (heute Zentrum für Psychiatrie Winnenden) der südwestdeutsche Psychiaterverein gegründet, aus dem dann in den folgenden Jahren der Verein Baden-Württembergischer Krankenhauspsychiater e.V. hervorging. Anfangs widmete sich der Verein vorwiegend standesrechtlichen Fragen der in den damaligen Heilanstalten tätigen Psychiater. In den Jahren darauf war der Verein aktiv an der Umwandlung des „Irrenfürsorgegesetzes“ in ein zeitgemäßes Unterbringungsgesetz für Baden-Württemberg beteiligt. In den 70er Jahren widmete sich der Verein dann zunehmend der Verbesserung der personellen Situation der psychiatrischen Landeskrankenhäuser und der menschenwürdigeren Unterbringung von psychisch Kranken und Behinderten. Er setzte sich für die Schaffung von Tageskliniken, Wohnheimen für psychisch Kranke und andere sozialpsychiatrische Einrichtungen ein. Maßgeblich wirkte der Verein bei der Novellierung des Unterbringungsgesetzes Baden-Württemberg 1983 mit, so dass der fürsorgliche Charakter des Gesetzes erhalten blieb.

In den 80er Jahren öffnete sich der Verein, bis dahin auf die Landeskrankenhäuser und Universitätskliniken beschränkt, für andere psychiatrische Fachkliniken, für psychiatrische Abteilungen sowie Rehabilitationseinrichtungen.

Seit Mitte der 90er Jahre war der Verein auch ein wichtiger Ansprechpartner für das Sozialministerium in Fragen der Psychiatrieentwicklung. Der Verein hat Sitz und Stimme im Landesarbeitskreis Psychiatrie und war eingebunden in die Entwicklung des Landespsychiatrieplans 2000 und, in die Ausarbeitung der Eckpunkte zum Psychisch-Kranken-Hilfegesetz Baden-Württemberg, das 2015 in Kraft trat.

Um die breite Verankerung in der Krankenhauspsychiatrie deutlich zu machen, wurde der Verein Ende 2015 in Ärztlicher Verband Krankenhauspsychiatrie Baden-Württemberg umbenannt. Verbunden war dies mit einer Satzungsänderung, die die aktuelle Arbeitsstruktur in Form von Arbeitskreisen (Arbeitskreis Leitender Ärztinnen und Ärzte, Arbeitskreis Assistentensprecherinnen und –sprecher) abbildet und überkommene Strukturen beendet hat.

Die Ziele:

Der Zweck des Verbandes besteht in der Vertretung von fachlichen Belangen der Krankenhauspsychiatrie und der beruflichen Interessen der in klinisch-psychiatrischen Einrichtungen tätigen Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg. Der Verband hat sich zum Ziel gesetzt, auf eine Verbesserung der klinisch-psychiatrischen Behandlung und Versorgung psychisch Kranker in Richtung auf eine differenzierte und patientenorientierte Psychiatrie hinzuwirken und sowohl bei den Krankenhausträgern wie auch in der Öffentlichkeit auf noch ungelöste Probleme hinzuweisen. Wichtige Ansprechpartner sind hierbei die für die Krankenhausplanung und -finan-zierung zuständigen Gremien auf Landesebene sowie die Partner in der Selbstverwaltung. Darüber hinaus trägt der Verband die Anliegen der Krankenhauspsychiatrie in die Öffentlichkeit und fördert damit das Verständnis für psychisch Kranke und ihre Belange.

Ein weiteres wichtiges Anliegen des Verbandes ist die Verbesserung der Fort- und Weiterbildung, der in den psychiatrischen Einrichtungen tätigen Ärztinnen und Ärzte, die Förderung der Attraktivität des Fachgebietes Psychiatrie und Psychotherapie und damit die Gewinnung von interessierten Kolleginnen und Kollegen für dieses Fachgebiet.

Mitgliedschaft:

Mitglied im Verband können alle in klinisch-psychiatrischen Einrichtungen tätigen Ärztinnen und Ärzte im Land Baden-Württemberg werden.